Weltraum-Blog II
- 17
- 09
- 2009
Im Jahr 1572 entdeckte der dänische Astronom Tycho Brahe (Tycho Brahe 1546-1601) einen neuen hellen Stern am Firmament, welche alle anderen überstrahlte. Er schreibt in seinen Notizen über diesen Stella nova von einem Wunder, wie es seit Anbeginn der Welt noch nicht gesehen wurde. Dies war natürlich ein Schock für gewisse religiöse Kreise, welche die Meinung vertraten alle Sterne seien fix am Himmelszelt festgemacht. Was er dazumal im Sternbild Cassiopeia beobachtete war die Explosion eines Sternes und nicht, wie er dachte die Entstehung eines neuen Sternes. Die Stern-Explosion, auch Supernova-Explosion genannt, sorgte dafür, dass dieser unscheinbare Stern auf einmal eine unglaubliche Helligkeit bekam. Bis zum heutigen Datum sind 12 solcher Supernova-Explosionen seit dem Jahr 185 n. Chr. historisch belegt. Im 20. Jh kam es gleich zu 2 Supernova-Explosionen: Im Jahr 1979 in der Galaxie Messier 100 und im Jahr 1987 in der Grossen Magellanschen Wolke. Wie kann es zu einer solchen Supernova-Explosion kommen und wie kommen wir weiter von unserem Weltraum-Blog I, in welchem wir es knapp bis zu einem Stern geschaft haben?
Zu einer Supernova-Explosion kann es kommen, falls ein Stern eine Masse von 8 mal unserer Sonnenmasse aufweist. Damit ist auch geklärt, dass unsere Sonne nicht als Supernova-Explosion enden kann. Population III – Sterne besassen nun wie wir in Weltraum-Blog I gesehen hatten eine Masse von 150-200 mal unserer Sonne. Damit sollten sie eigentlich in einer gewaltigen Supernova-Explosion enden. Wie eine solche Supernova-Explosion abläuft ist aber noch nicht komplett geklärt. Falls der Stern eine Masse von 25 mal unsere Sonne aufweist, kann die Explosion dieser riesigen Masse auch dazu führen, dass die gesamte Masse in sich selbst zusammenstürzt. Ein Stern wird so massiv, dass die Gravitation so stark wird, dass die Explosion sich nicht mehr von dieser starken Anziehung entfernen kann. Es kommt zur Bildung eines Schwarzen Loch’s, dem wohl seltsamsten Objekt im Weltraum. Stephen Hawking entdeckte 1974 nach theoretischen Überlegungen über die Relativitätstheorie, dass Schwarze Löcher existieren müssen. Lange waren dies bloss theoretische Überlegungen, doch dann gelang der Nachweis von Schwarzen Löchern in den 1990er Jahren. Heute wissen wir, dass auch im Zentrum unserer Galaxie, der Milchstrasse, ein schwarzes Loch existiert. Es hat eine Masse von 3-4 Millionen mal unserer Sonne. Was nach einer grossen Zahl ausschaut, wird wieder relativ klein, wenn man als Vergleich die geschätzte Anzahl der Sterne in unserer Galaxie angibt: Unsere Milchstrasse beherbergt die wahnsinnige Zahl von 100 – 300 Milliarden Sternen! Es stellt sich natürlich die Frage, wie das Schwarze Loch ins Zentrum unserer Galaxie gelangt ist? (Dazu noch eine sehr interessante Homepage über Schwarze Löcher). Eine Erklärung wäre, dass per Zufall im Zentrum der Galaxie ein sehr massereicher Stern bereits zur Entstehungszeit unserer Galaxie vorhanden war, welcher dann in einer Supernova-Explosion zu einem Schwarzen Loch wurde. Die alternative Erklärung, es gab bereits zur Entstehungszeit unserer Galaxie ein Zentrum mit einem Schwarzen Loch um welches sich die Sterne ansammelten. Anfangs dachte man, Schwarze Löcher seien Exoten im Weltall, doch wenn man die unglaubliche Anzahl Sterne im Weltall anschaut, dann wird klar, dass es auch unendlich viele Schwarze Löcher geben muss.
Bäst Före
- 14
- 09
- 2009
Hier in Schweden gibt es die genausten Ablaufdaten der Welt. Bis auf die Minute genau lässt sich bestimmen, ob das Knäckebrot, die Zimtschnecke oder der vergorene Hering noch geniessbar ist (obwohl der vergorene Hering eigentlich nie geniessbar ist). Wie werden eigentlich Ablaufdaten überhaupt festgelegt? Gibt es Ablaufdaten-Tester die ein Produkt so lange essen oder trinken, bis ihnen schlecht wird? Oder geschieht es eher wie in diesem kleinen Experiment von Morgan Spurlock?
Auf alle Fälle sollte es “Mindesthaltbarkeitsdaten”, wie der offizielle Ausdruck lautet, nicht nur auf Esswaren geben sondern auch auf Politikern, insbesondere “Wüstenfürsten”.
Ihr habt bestimmt von der neusten Idee des weltbesten Wüstenfürsten gehört, die Schweiz entsprechend ihrer Sprachgrenzen an die Nachbarländer aufzuteilen. Aber hat sich der Gute dabei eigentlich alle Konsequenzen überlegt? Ich denke nicht, deshalb hier eine kleine unvollständige Zusammenstellung. (Falls euch noch weitere Konsequenzen einfallen, so schreibt diese doch einfach in die Kommentare!)
Da die Deutschschweiz, die Romandie und das Tessin den entsprechenden Nachbarländern zugesprochen würde, bliebe einzig und allein die rätoromanische Schweiz als eigentliche Schweiz übrig. Damit müsste dann die Porta Alpina gebaut werden um die Schweiz mit der Neat zu verbinden. Ausserdem würde im Röstigraben eine Zollstation aufgebaut und H-R Merz könnte nun als Privatperson nach Lybien reisen, um dort erneut Ferien zu machen. Und schlussendlich müsste sich die SVP in Süddeutsche Volkspartei umbenennen und könnte zwar die Sonne aber nicht das Schweizerfähnchen auf dem Logo behalten. Und das geht ja nun wirklich nicht!
Weltraum-Blog I
- 17
- 08
- 2009
Vielen Dank dem Schweizer in Schweden, dass er seinem Bruder während der Sommer-Pause einen 3-teiligen Weltraum-Blog gewährt. In dieser 3-teiligen Serie, werden Sie mehr erfahren über die Entstehung des Weltraums, der wissenschaftliche Background soll jedoch nicht zu stark ins Zentrum rücken. Das Ziel ist mehr der Dialog, ähnlich wie um das Kopernikanische heliozentrische Welt-Modell (Nicolaus Copernicus 1473-1543) zu Zeiten Galileis (Galileo Galilei 1564-1642), welches im inquisatorischen Verfahren 1616 gegen Galilei und der Indizierung seines Werkes Sidereus Nuncius endete. In Sidereus Nuncius welches 1610 aufgelegt wurde und welches sofort vergriffen wurde - und Galileo Galilei schlagartig zu einem sehr bekannten Astronomen seiner Zeit machte - bildet Galilei die Krater-Landschaften des Mondes ab. Damit verblüffte er die Gelehrten seiner Zeit, welche bis dato glaubten, so etwas wie Berge, Krater oder Landschaften könne es auf dem Mond schlicht nicht geben. Die Gelehrten der damaligen Zeit, welche natürlichen einen meist religiösen Hintergrund nicht leugnen konnten, vertraten meist die Ansicht, neben der Erde sei keine weitere erd-ähnliche Welt möglich. Und in dieses Weltbild passten Krater und Landschaften auf dem Mond relativ schlecht hinein.
Nach heutigen Überlegungen soll der Weltraum ca. 13.7 Milliarden Jahre alt sein und in einem sogenannten Urknall entstanden sein. In diesem Urknall war die gesamte Masse des heutigen Weltraums in einem Punkt konzentriert und man nimmt an, dass dabei Temperaturen von 1032 Kelvin vorgeherrscht haben sollen. Als diese Masse expandierte, konnten sich langsam Strukturen aus einfachen Teilchen bilden und die Temperatur ging langsam zurück. Nach einer Zeitdauer von 500′000 Jahren war das Weltall immer noch dunkel, Sterne existierten keine. Die Temperatur war auf 3000 Kelvin gesunken und es existierten die einfachsten chemischen Elemente wie Wasserstoff in einer Art Gasnebel. Zur Entstehung eines ersten Sternes muss nun Wasserstoff extrem stark kontrahiert werden, damit er sich zu Helium umwandelt. Dieser Umwandlungs-Prozess erzeugt neben dem schwereren Element Helium auch einen Lichtblitz und eine extrem hohe Energiemenge, welche diesen Prozess der stellaren Kernfusion aufrechterhalten kann. Für die ersten Sterne mussten nach Schätzung 150-200 mal der Masse unserer Sonne zur Verfügung gestanden haben, um den Vorgang der Kernfusion in Gang setzen zu können. Warum wurde bei den ersten Sternen, welche auch als Population III-Sterne bezeichnet werden, soviel mehr Masse benötigt als bei unserer Sonne? Der Grund liegt darin, dass unsere Sonne (Population I – Stern) neben Wasserstoff noch andere Grundsubstanzen enthält wie z.B. Kohlenstoff, welche in der Früh-Phase des Weltalls noch nicht zur Verfügung standen. Der Kohlenstoff und alle anderen schwereren Elemente als Wasserstoff führen dazu, dass eine grössere Absorption der entstehenden hohen Temperaturen bei der Kontraktion der Masse geschehen kann, sie wirken somit wie eine Art Stabilisator. Die Entstehung der Kontraktion eines Wasserstoff-Gasnebels der Population III - Sterne zu einem Stern ist jedoch nach wie vor nicht komplett verstanden. Population III – Sterne können nicht mehr direkt am Nachthimmel beobachtet werden, da sie alle eine relativ kurze Lebensphase hatten. Population II – Sterne sind noch heute beobachtbar. Nach heutigen Überlegeungen spielt die sogenannte dunkle Materie eine wichtige Rolle bei der Kontraktion dieser frühen Sterne. Dunkel ist diese Materie deshalb, weil sie bis heute nicht detektiert werden konnte, dh sie gibt keine Strahlung ab und reflektiert auch keine. In einer ersten grossen Simulation wurden die Anfänge des Weltalls mit genügend dunkler Materie auf einem leistungsstarken Grossrechner durchgerechnet (http://www.mpa-garching.mpg.de/galform/presse/) und die Ergebnisse scheinen die Wissenschafter überzeugt zu haben. Das simulierte Weltall war ein Würfel mit einer Kantenlänge von 2.1 Milliarden Lichtjahren, wobei die dunkle Materie die Struktur des Universums erzeugte.
Wie GM seine Zukunft verspielte
- 28
- 07
- 2009
Ich hab auf Youtube den Film “Who killed the electric car” entdeckt. Auf jeden Fall sehr sehenswert aber auch frustrierend. Ein gutes Beispiel wie man sein eigenes Grab schaufeln kann.
Hier gibts den ersten Teil Filmes zu sehen:
Die wilden Amphibien
- 21
- 07
- 2009
Die armen Fröschchen. Laut der Superzeitung 20 Minuten von gestern wurde im Bundesstaat Florida ein 3jähriges Mädchen von einem Amphib erwürgt. Nun haben die Behörden “genug von der wilden Amphibien-Politik” wie 20 Minuten weiter hervorragend ergänzt. Nicht ganz klar ist allerdings weshalb die armen Kröten oder Salamander dieses Verbrechens beschuldigt werden wo doch in jedem zweiten Satz das Wort Schlange erscheint. Deshalb hier noch einmal für alle 20min-Schreiberlinge: Schlangen sind KEINE Amphibien.
Genausowenig wie Schildkröten. Oder Alligatoren. Oder Warane. KEINE Amphibien. Reptilien wäre hier das Zauberwort gewesen (Das kommt übrigens auch im Video-Beitrag vor, den der Autor sich wahrscheinlich gar nicht angeguckt hat).
PS: Übrigens: Schaut euch mal die Zusammensetzung der Print-Redaktion von 20 Minuten an. Für die Redaktion Ausland ist 1 Person zuständig, für die Abteilung Unterhaltung: 10! Jaja, man muss halt Prioritäten setzen (wie ist wohl das Verhältnis beim Blick am Abend? 0:20?)
Viecher 2.Teil
- 02
- 07
- 2009
Nach dem überwältigenden Erfolg und den zahlreichen Kommentaren zu “Viecher 1. Teil” dachte ich mir, dass nun eigentlich der zweite Teil folgen sollte. Ich habe nämlich noch jede Menge Ideen für weitere SVP-Plüschtiere. Falls das schwarze und das weisse Plüschschaf schon gekauft sind und man auch schon die etlichen Zubehörteile besitzt (Plüschsonne, kleines Plüschmesser, Schweizerkarte…) wäre es jetzt Zeit für etwas Neues. Deshalb präsentiere ich hiermit ganz stolz: Der freundliche Sünden-Rabe. Der Sündenrabe (nicht zu verwechseln mit Zottel) ist aus kuschelweichem Nicky-Plüsch hergestellt und wird für Kinder ab 20 empfohlen (Achtung, Kleinteile). Er ist nur in der Version schwarz-braun erhältlich und kann wahlweise mit einem EU oder Ausländer-Emblem bestickt werden. Ist also ausgezeichnet geeignet zum visualisieren der unterschiedlichsten Gefahrenquellen. Als Zubehör dazu gibt es dann eine kleine Schweiz oder auch einzelne Kantone zu kaufen, die man dem Vogel in den Schnabel stecken kann. Das ist dann ähnlich individuell wie diese Navyboot-Taschen dies in entsprechenden Kantonsfarben zu kaufen gibt.
Für die nächste Plakatkampagne der SVP habe ich auch schon einige neue Tiermotiv-Ideen: Wie wärs denn mit Elstern, damit lassen sich doch alle möglichen Horror-Szenarien darstellen? Oder Wölfe? Angsthasen? Giftige Schlangen? Oder aber sture Geissböcke (ah nein, das geht ja leider nicht).
Liebe Grüsse, euer Ueli aus Schweden!
Praktisches in Schweden
- 23
- 06
- 2009
Meine persönliche Zusammenstellung der praktischen Dinge in Schweden:
1. Türen öffnen sich hier nach aussen. Sehr praktisch wenn man drinnen ist, etwas unpraktisch wenn man vor der Haustür steht und nicht damit rechnet.
2. Schweden ist perfekt zum Velofahren. Schön flach, super Velowege und rücksichtsvolle Autofahrer. Einen kleinen Nachteil sieht man bei der Zusammenstellung von Unpraktischem in Schweden.
3. Alle können Englisch. Vom Kleinkind bis zum Rentner sprechen alle Englisch. Naja, vielleicht nicht schon vom Kleinkind an. Etwas unpraktisch aber wenn man eigentlich Schwedisch lernen möchte und sich gleich mit dem ersten Satz als Ausländer zu erkennen gibt.
4. Es gibt eine Karte für den öffentlichen Verkehr, mit der man überall in Skåne Bus oder Zug bezahlen kann.
5. Man kann überall für eine Nacht sein Zelt aufstellen.
6. Es gibt einfach viel Platz hier.
7. Köttbullar haben die perfekte Grösse um mit einem einzigen Bissen verspiesen zu werden.
Unpraktisches in Schweden
- 23
- 06
- 2009
Hier eine kleine Zusammenstellung von allem, was unpraktisch ist in Schweden:
1. Es windet immer. Ist man mit dem Velo unterwegs so hat man immer Gegenwind.
2. Systembolaget. Immer teuer und häufig geschlossen.
falls mir noch mehr einfällt, lass ich es euch wissen.
Midsommar!
- 19
- 06
- 2009
Mittsommer ist ungefähr wie in diesem Video zu sehen. Ungefähr.
laglig - olaglig
- 18
- 06
- 2009
Ich bin immer wieder erstaunt, wie gesetzestreu die Schweden eigentlich sind. Am 1. April trat das sogenannte “Ipred-lag” hier in Kraft, ein Gesetz, wodurch Provider bei einer Strafanzeige die IP-Adressen möglicher Filesharer herausgeben müssen. Am nächsten Tag sank der Internettrafik um beinahe 50% (siehe zB: nyteknik). Ne, die meisten Schweden leben einfach gesetzeskonform und es gibt auch “Gesetze” die bestimmen, was allgemein erlaubt ist: In der Allemansrätten steht zum Beispiel geschrieben, dass es erlaubt ist sein Zelt für 24 Stunden irgendwo aufzustellen (Vielleicht nicht im Schlosspark von Stockholm) oder Beeren und Pilze zu pflücken.
Und wo sonst könnte man mögliche Verkäufer oder Bettler mit einem einfachen Schildchen oberhalb der Türklingel abwehren auf dem steht, das es für sie verboten ist zu klingeln (siehe Bild)?
Andere Schilder zB. gegen Ausserirdische oder Vampire sind bereits in Produktion.




